Notdienst Berlin e.V.

10 Jahre Contraddict

Verfasst am 17.10.2016

10 Jahre Contraddict

Und schon wieder ein Jubiläum fast vergessen...
10 Jahre ist es mittlerweile her, dass der öffentliche „Startschuss“ für unser manualgestütztes Konsumkontroll- und -reduktionstraining gegeben wurde. Bei einer sehr gut besuchten Veranstaltung in der A.I.D.-Kreuzberg wurden Hintergründe, Zielstellungen, Struktur, Inhalte und Methodik des Trainings vorgestellt, das zunächst für das Setting der Einzelbetreuung von Substitutionspatient*innen konzipiert wurde.

Die Basis für diese Entwicklung wurde langfristig geschaffen. Im Rahmen der internationalen interdisziplinären Tagungsreihe „Mehr als abhängig“ stand der sogenannte „Beigebrauch“ von substituierten Opiatabhängigen schon 2000 und 2001 im thematischen Fokus. Im September 2004 folgte eine Fachtagung, gemeinsam veranstaltet mit gk-quest Heidelberg, bei der das in Deutschland und darüber hinaus zu dieser Zeit verfügbare Wissen zum Thema „Kontrollierter Konsum“ zusammengeführt wurde, mit bei uns bereits vorhandenen klinischen Praxiserfahrungen.

Im Notdienst war eine einrichtungsübergreifende kontinuierliche Diskussion über das Konsumverhalten, der von uns psychosozial betreuten Menschen und angemessene Interventionen gut organisiert. Die mitwirkenden Kolleg*innen hatten  2004 und 2005 wesentlichen Anteil  an der Erarbeitung und Erprobung des Einzel-Trainingsmanuals, stets mit dem Blick auch darauf, was andernorts an vergleichbaren Instrumenten entstand und zum Einsatz gelangte. Niemals war „Contraddict“ ein  „Geheimprojekt“, die öffentliche Präsentation, der mit diesem Projekt begonnenen Erfolgsgeschichte, stieß stets auf reges Interesse in Fachöffentlichkeit und Politik, ebenso bei den Kostenträgern der psychosozialen Betreuung. Im Notdienst wurde das Thema nachhaltig auf der Tagesordnung gehalten - auch durch die jährlichen, immer mehr ausgeweiteten „Beikonsum“-Befragungen, sowie durch einrichtungsübergreifend besetzte „Contraddict-Begleittreffen“, in deren Rahmen nach mehrjähriger Praxis-Anwendung auch die Manual-Revision geleistet wurde. Keineswegs selbstverständlich war, in Zusammenarbeit mit der Charité und der Universität Mainz, eine unabhängige „Begleitforschung“ für das Konsumkontrolltraining zu gewährleisten, die von 2006 bis Ende 2009 stattfand und deren Ergebnisse den überzeugenden Nachweis erbrachten: „Contraddict“ ist wirksam im Sinne seiner Zielstellung! Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift „Suchtmedizin“ publiziert.

Das Allerwichtigste aber ist: „Contraddict“ lebt! Das Programm hat „Zuwachs“ bekommen durch „Protraddict“, ein Abstinenztraining für Substituierte, das einen über den Einsatz von „Contraddict“ erst in aller Deutlichkeit entdeckten speziellen Bedarf „bedient“. Es gibt unter den von uns psychosozial betreuten Menschen einige, die mehr oder anderes wollen als kontrollierten Konsum! „Protraddict“ stellt somit eine willkommene Ergänzung unseres Betreuungsinstrumentariums dar. Wie groß weiterhin das Bedürfnis ist, sich erst einmal bei der Überwindung chaotischer Konsummuster unterstützen zu lassen, belegt die ungebrochen erfreulich hohe Teilnahme am Konsumkontrolltraining. Ein Jahr nach dem Start des Einzel-Trainings war auch ein Gruppen-Trainingsmanual fertiggestellt und kam zunächst im Rahmen des Betreuten Wohnens zum Einsatz.

Inzwischen ist es Normalität, dass ambulant und wohnraumgestützt betreute Substitutionspatient*innen in gemischten Gruppen am Training teilnehmen und dass diese Gruppen parallel an mehreren Standorten stattfinden, z. T. bis zu vier Durchgänge in einer Region  pro Jahr!!! In einem kleinen Kraftakt – mal wieder „nebenbei“ – ist gerade die Überarbeitung des Gruppen-Trainingsmanuals abgeschlossen worden!

Und: „Contraddict“ lässt sich inzwischen auch „verkaufen“ an interessierte Einrichtungen und Institutionen im In- und Ausland…

vvvvvvUnd schon wieder ein Jubiläum fast vergessen... 10 Jahre ist es mittlerweile her, dass der öffentliche „Startschuss“ für unser manualgestütztes Konsumkontroll- und -reduktionstraining gegeben wurde. Bei einer sehr gut besuchten Veranstaltung in der A.I.D.-Kreuzberg wurden Hintergründe, Zielstellungen, Struktur, Inhalte und Methodik des Trainings vorgestellt, das zunächst für das Setting der Einzelbetreuung von Substitutionspatient*innen konzipiert wurde.
Die Basis für diese Entwicklung wurde langfristig geschaffen. Im Rahmen der internationalen interdisziplinären Tagungsreihe „Mehr als abhängig“ stand der sogenannte „Beigebrauch“ von substituierten Opiatabhängigen schon 2000 und 2001 im thematischen Fokus. Im September 2004 folgte eine Fachtagung, gemeinsam veranstaltet mit gk-quest Heidelberg, bei der das in Deutschland und darüber hinaus zu dieser Zeit verfügbare Wissen zum Thema „Kontrollierter Konsum“ zusammengeführt wurde, mit bei uns bereits vorhandenen klinischen Praxiserfahrungen.
Im Notdienst war eine einrichtungsübergreifende kontinuierliche Diskussion über das Konsumverhalten, der von uns psychosozial betreuten Menschen und eine angemessene Interventionen gut organisiert. Die mitwirkenden Kolleg*innen hatten  2004 und 2005 wesentlichen Anteil  an der Erarbeitung und Erprobung des Einzel-Trainingsmanuals, stets mit dem Blick auch darauf, was andernorts an vergleichbaren Instrumenten entstand und zum Einsatz gelangte. Niemals war „Contraddict“ ein  „Geheimprojekt“, die öffentliche Präsentation, der mit diesem Projekt begonnenen Erfolgsgeschichte, stieß stets auf reges Interesse in Fachöffentlichkeit und Politik, ebenso bei den Kostenträgern der psychosozialen Betreuung. Im Notdienst wurde das Thema nachhaltig auf der Tagesordnung gehalten - auch durch die jährlichen, immer mehr ausgeweiteten „Beikonsum“-Befragungen, sowie durch einrichtungsübergreifend besetzte „Contraddict-Begleittreffen“, in deren Rahmen nach mehrjähriger Praxis-Anwendung auch die Manual-Revision geleistet wurde. Keineswegs selbstverständlich war, in Zusammenarbeit mit der Charité und der Universität Mainz, eine unabhängige „Begleitforschung“ für das Konsumkontrolltraining zu gewährleisten, die von 2006 bis Ende 2009 stattfand und deren Ergebnisse den überzeugenden Nachweis erbrachten: „Contraddict“ ist wirksam im Sinne seiner Zielstellung! Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift „Suchtmedizin“ publiziert.
Das Allerwichtigste aber ist: „Contraddict“ lebt! Das Programm hat „Zuwachs“ bekommen durch „Protraddict“, ein Abstinenztraining für Substituierte, das einen über den Einsatz von „Contraddict“ erst in aller Deutlichkeit entdeckten speziellen Bedarf „bedient“. Es gibt unter den von uns psychosozial betreuten Menschen einige, die mehr oder anderes wollen als kontrollierten Konsum! „Protraddict“ stellt somit eine willkommene Ergänzung unseres Betreuungsinstrumentariums dar. Wie groß weiterhin das Bedürfnis ist, sich erst einmal bei der Überwindung chaotischer Konsummuster unterstützen zu lassen, belegt die ungebrochen erfreulich hohe Teilnahme am Konsumkontrolltraining. Ein Jahr nach dem Start des Einzel-Trainings war auch ein Gruppen-Trainingsmanual fertiggestellt und kam zunächst im Rahmen des Betreuten Wohnens zum Einsatz.
Inzwischen ist es Normalität, dass ambulant und wohnraumgestützt betreute Substitutionspatient*innen in gemischten Gruppen am Training teilnehmen und dass diese Gruppen parallel an mehreren Standorten stattfinden, z. T. bis zu vier Durchgänge in einer Region  pro Jahr!!! In einem kleinen Kraftakt – mal wieder „nebenbei“ – ist gerade die Überarbeitung des Gruppen-Trainingsmanuals abgeschlossen worden!
Und: „Contraddict“ lässt sich inzwischen auch „verkaufen“ an interessierte Einrichtungen und Institutionen im In- und Ausland

 

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